Das instabile Sprunggelenk

Die Verrenkung des Sprunggelenks ist die häufigste Verletzung der Sportler. Nahezu jedem ist es schon einmal passiert, dass man schon „daneben gestanden ist“.  Meist ist das mit sehr starken Schmerzen und auch Schwellungen und Blutergüssen verbunden- vor allem bei der erstmaligen Verknöchelung.

Das Gute vorab, das Sprunggelenk verzeiht sehr viel und die allermeisten Verletzungen heilen unkompliziert aus. 10% der Patienten klagen aber über eine sich nicht bessernde Unsicherheit im betroffenen Sprunggelenk. Dies kann im Alltag und besonders im Sport zu erneuten Verknöchelungen führen, was auf Dauer eine starke Einschränkung der Aktivität bedingt.

 

Beim Überknöcheln unterscheidet man im Wesentlichen drei Mechanismen:

 

  • Die Verrenkung bei der der Vorfuß nach innen zeigt: das Supinationstrauma

Die Ursache kann zum Beispiel darin liegen, beim Laufen mit dem Vorfuß hängen zu bleiben und dann über selbigen zu stolpern.

  • Die Verrenkung bei der der Vorfuß nach außen zeigt: das Pronationstrauma

Ein Beispiel: Man steigt unabsichtlich auf einen Tennisball, dabei verknöchelt man nach innen.

  • Die kombinierte Verletzung: dabei werden beide oben genannten Mechanismen wirksam.

 

Das häufigste Verletzungsmuster entsteht aus dem Supinationstrauma. In der Akutphase findet man sehr häufig eine stark schmerzhafte Schwellung vor und unter dem Außenknöchel, zum Teil mit deutlichem Bluterguss. Die Patienten können zum Teil kaum auftreten und halten den Fuß in einer Schonhaltung. Oft wird auch über eine sofortige Instabilität berichtet. Dieser Zustand kann mehrere Tage sehr heftig sein, bessert sich aber dann relativ rasch.

 

Bei Betrachtung aller Seitenbandverletzungen am Sprunggelenk findet man am häufigsten eine Schaden am vorderen Anteil des Außenbandes (LFTA) gefolgt von der Verletzung des LFTA und des mittleren Anteils des Außenbandes (LFC).

 

Konservative Therapie:

Bei den akuten Ein- und Zweibandverletzungen ist eine Operation sehr selten nötig.

Eine Ruhigstellung in der Schiene, Krückenversorgung für einige Tage und Kältebehandlung ist angezeigt. Unbedingt ist später eine Physiotherapie zur Erlangung einer gesunden Koordination und Sicherheit. Aber bei 10% dieser Patienten entwickelt sich eine chronische Instabilität. Hier ist nochmals eine intensive Physiotherapie sinnvoll. Eine weitere Schienenbehandlung oder Taping führt nichtmehr zum Erfolg da die primären Stabilisatoren (Bänder) nicht mehr die richtige Spannung haben.

 

Operative Therapie:

Immer ist zur Seitenbandrekonstruktion auch eine Gelenksspielgelung nötig.

Studien haben gezeigt, dass bei 100% aller chronischen instabilen Sprunggelenke eine Begleitschädigung im Gelenk selbst  vorliegt. Diese kann im Rahmen der Arthroskopie mitbehandelt werden. Eine dieser sind die so genannten Ossikel am Außenknöchel (nicht wieder angewachsene Knochenabsprengungen). Dies kann man einfach entfernen, ebenso freie Gelenkskörper, die den Knorpel schädigen. Nach der Arthroskopie wird dann der Seitenbandkomplex stabilisiert. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass bei einfachen bis mittelstarken Außenbandschädigungen die sogenannte Borström -Gloud Technik empfohlen ist. Mit dieser absolut eleganten und schonenden Operation (Hautschnittlänge 2,5-3,5cm) können hervorragende Stabilitätsverhältnisse erzielt werden. Früher wurden sehr aufwendige und belastende Techniken mit weniger guten Ergebnissen verwendet. Im Fall von höchstgradigen Instabilitäten werden Verstärkungen des Kapselbandsystems mit Sehnen und oder Kunststoffbändern erreicht.

 

In allen Fällen ist mit einer mindestens achtwöchigen Verwendung von Spezialschuhen und Schienen nötig.