Syndesmosenverletzung

Die Verletzung des Syndesmosenbandes

 

Was ist das Syndesmosenband?

Das Sprunggelenk des Menschen hat eigentlich zwei Gelenke die miteinander im Normalfall perfekt zusammenspielen und deshalb als nur ein Gelenk wahrgenommen werden. Es besteht aus vier Knochen: Fersenbein und Sprungbein- Sie bilden zusammen das untere Sprunggelenk. Sowie Sprungbein und die Unterschenkelknochen Schienbein und Wadenbein- Sie bilden zusammen das obere Sprunggelenk. Schien und Wadenbein bilden den Innen- und Außenknöchel sowie das Dach des Sprunggelenks zusammen Sprunggelenksgabel genannt. Damit diese unter Belastung nicht aufgeht und so instabil wird, sind Innen- und Außenknöchel durch Bänder im oberen Sprunggelenk, die Syndesmose, miteinander verbunden (Abbildung 1). Dabei unterscheidet man das vordere vom hinteren Syndesmosenband. Zusätzlich gibt es noch eine straffe Bindegewebebrücke zwischen Schien- und Wadenbein, die Membrana interossea. Sie liegt aber außerhalb des Sprunggelenksbereiches.

Syndesmosenbad 

Wie kommt es zur Verletzung der Syndesmose?

Zu allererst sei gesagt, dass das Sprunggelenk an sich das am häufigsten verletzte Gelenk des Menschen ist- aber nur in seltenen Fällen mittelschwere bis schwere Verletzungen zu sehen sind. Unter diesen ist die Verletzung der Syndesmose auch eine der Selteneren und dadurch häufig übersehen wird.

Die meisten Syndesmosenverletzungen passieren durch Fehltritte beim Sport bei denen der Fuß gegen den Unterschenkel stark nach außen gedreht und dabei auch nach fußrückenwärts gebeugt wird. Durch diesen Mechanismus drückt es die Sprunggelenksgabel zunehmend auseinander- bis entweder das vordere Syndesmosenband alleine oder auch beide oder auch in Kombination mit anderen Bändern und Knochen beschädigt wird.

Ein Beispiel ist wenn man auf einer Wiese läuft und unabsichtlich mit der Ferse in eine kleine Mulde tritt und sich dabei auch noch den Fuss verdreht. Bei Tennisspielern kann ein unglücklicher Tritt auf einen herumliegenden Ball ebenso zu einer Syndesmosenverletzung führen.

 

Syndesmosenverletzung

Welche Beschwerden hat man nach Syndesmosenbandverletzung?

Bei Patienten nach akuter Verletzung findet man sehr häufig eine Gehunfähigkeit wegen starker Schmerzen und Schwellung. Es wird über eine Instabilität berichtet- das Vertrauen in das Sprunggelenk unter Belastung ist verloren und die Beweglichkeit vor allem nach fußrückenwärts ist unmöglich- ebenso das Rotieren des Fußes gegen den Unterschenkel. Es besteht ein starker Druckschmerz am vorderen äußeren Sprunggelenksbereich. Bei entsprechender Behandlung können diese starken Beschwerden innerhalb weniger Tage dramatisch gebessert werden. Heilt die Syndesmosenverletzung nicht voll aus- so entstehen chronische Beschwerden.

Bei einem Teilriss des vorderen Syndesmosenbandes bestehen selten echte Instabilitätsbeschwerden, aber sehr häufig reproduzierbare Schmerzen beim fußrückenwärts beugen unter Belastungs- wie zum Beispiel beim Bergaufgehen und –laufen. Man nennt dies unter Anderem das „anterolaterale Sprunggelenksimpingement“(Abbildung 2). Ist die Sprunggelenksgabel aufgrund des Bandschadens nicht mehr ausreichend stabil findet sich regelmäßig ein federndes Gefühl beim Gehen oder Laufen im Sprunggelenksbereich. Eine Tendenz zum häufigen Überknöcheln besteht fallweise auch ist aber im Vergleich mit dem Federn im Hintergrund. Man unterscheidet 3 Grade der Verletzung: stabil, dynamisch instabil, statisch instabil.

 

Wie behandelt man eine Syndesmosenverletzung?

Nach einer akuten Verletzung mit stabilen Verhältnissen sollte man zwischen vier und sechs Wochen Krücken verwenden und das Sprunggelenk mit Orthesen zusätzlich schützen. Besteht der Verdacht dass eine instabile Situation auf lange Sicht möglich ist, sollte über eine chirurgische Therapie nachgedacht werden. Ist die Situation eindeutig instabil ist die Operation allen anderen Verfahren eindeutig überlegen.

Besonders wichtig ist aber in der Frühphase der Heilung die Patienten regelmäßig zu sehen um einen Trend im Bezug auf eine mögliche Instabilität zu erkennen. Da eine Naht des Syndesmosenbandes vor allem hier Sinn macht. In Fällen des anterolateralen Impingements kann mit einer Arthroskopie sehr unkompliziert und elegant eine Beschwerdefreiheit in Aussicht gestellt werden. Bei chronischer Instabilität sollte die interne Fixation mit Schraube/n oder Bandsystemen angewandt werden.

 

 

Zusammenfassung:

Verletzungen der Syndesmose sind an sich selten. In vielen Fällen kann nach einer frischen Verletzung eine Heilung ohne Operation erreicht werden. Bei alten ungenügend verheilten Syndesmosenbandverletzungen kann eine kleine sehr elegante Operation sehr gute und voll belastbare Ergebnisse erzielen.

Wichtig ist jedenfalls bei akuten und chronischen Beschwerden sehr rasch einen Spezialisten aufzusuchen, damit sofort eine zielgerichtete Behandlung begonnen werden kann.